Dr. Marcel Huber | MdL
 
   
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21.07.2017, 15:39 Uhr Zurück zur Übersicht | Drucken
Schüler-Boom und seine Folgen: Wie muss eine zukunftsfähige Personalpolitik an Schulen aussehen?

Prof. Dr. Gerhard Waschler, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus:


Seit Beginn der Legislaturperiode hat Bayern die demographische Rendite (das sind die Lehrerstellen, die durch sinkende Schülerzahlen frei werden) ganz bewusst im Schulsystem belassen, um dort Verbesserungen wie zum Beispiel den Ausbau der Lehrerreserve oder Stellen für die Generationenaufgabe Inklusion zu schaffen. Wenn die demographische Rendite nun also durch wachsende Schülerzahlen zu schmelzen beginnt, steht der Freistaat vor der komfortablen Situation, dass pro Schüler heute mehr Lehrkräfte zur Verfügung stehen als noch 2013.

Um den geordneten Betrieb eines Systems mit knapp 1,7 Millionen Schülern und über 114.000 Lehrern zu gewährleisten, erstellt das Kultusministerium eine jährlich aktualisierte Prognose zur Entwicklung der Schülerzahlen und des Lehrerbedarfs. Diese Vorhersagen sind recht zuverlässig – trotz gewisser Unwägbarkeiten wie den Berufsentscheidungen von Abiturienten und Studierenden, vieler Menschen, die nach Bayern ziehen, und nicht zuletzt der Paare, die eine Familie planen.

Uns Verantwortlichen in der bayerischen Bildungspolitik war daher schon vor der aktuellen Bertelsmann-Studie völlig klar, dass die demographische Rendite abnimmt, wie zum Beispiel der Lehrerbedarfsprognose des Kultusministeriums vom März 2017 zu entnehmen ist. Mit dieser informiert das Ministerium über künftige Einstellungsmöglichkeiten, um eine gewisse Lenkungswirkung zu erzielen.
Manche Kreise fordern die Einführung eines sogenannten Einheits- oder Stufenlehrers, der in unterschiedlichen Schularten eingesetzt werden kann, um Lücken zu stopfen. Dies lehnen wir entschieden ab, ist doch die schulartspezifische Lehrerausbildung ein Garant für die anerkanntermaßen hohe Qualität des differenzierten und durchlässigen bayerischen Schulwesens.

Wir investieren daher lieber in neue und gut ausgebildete Lehrkräfte. So hat die CSU-Landtagsfraktion gemeinsam mit der Staatsregierung im April ein Bildungspaket auf den Weg gebracht, das in den nächsten Jahren rund 2.000 Stellen in allen Schularten schaffen wird. Somit brauchen wir uns vor steigenden Schülerzahlen nicht zu fürchten – im Gegenteil: Mehr Kinder sind gut für die Zukunft unseres Landes.


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